Chronik des Vereins



Vereinschronik des Männergesangvereins Langendorf 1926


Vereinsfahne


1926  22 Männer aus Langendorf gründen am 26.06.1926 den Männergesangverein Langendorf 1926. Den Vorsitz übernimmt Heinrich Schildwächter. Erster Dirigent ist der Polizeiwachtmeister Thomas Meyer aus Rosenthal. Schon im Gründungsjahr wächst der Verein auf 52 Mitglieder. Im Dezember 1926 findet ein Kirchenkonzert, 1927 der erste Vereinsball, sowie etwas später ein Theaterabend im Saale der Gaststätte Hellwig statt. Bei diesen drei Veranstaltungen erwirtschaftet man einen Überschuss von 117,94 Mark, die Gesamteinnahmen 1927 betragen 340,29 Mark.      
   
1930  Die Vereinsfahne wird im Jahre 1930 bestellt, in drei Raten bezahlt und am 18.07.1931 ausgeliefert. Die Finanzierung erfolgt unter anderem durch Mitgliederspenden in Höhe vom 330,00 Mark. DER Gesamtpreis beträgt 555,30 Mark incl. Porto. 
   
1935  Der Dirigent Thomas Meyer verstirbt, die Nachfolge tritt der Kapellmeister und Gerichtsvollzieher a. D. Riedel, ebenfalls aus Rosenthal, an. Heinrich Kohl wird im gleichen Jahr zum Vorsitzenden gewählt. 
   
1939  Ende August 1939 kommt das Vereinsleben zum Stillstand. Bis zum Jahr 1948 sterben 17 Sänger, davon 9 im Krieg. Während der Kriegsjahre zahlen der Vorstand Heinrich Kohl und der Kassierer Konrad Schmiermund die Beiträge an den Sängerbund aus eigener Tasche. 
   
1948  Am 8. Januar 1948 erwecken einige Sänger den Verein zu neuem Leben. 35 neue Mitglieder treten bei. Zum Vorsitzenden wird erneut Heinrich Kohl gewählt. Mit 36 Sängern unter Leitung des Mittelschullehrers Erich Wagner singt der Chor am 16. Januar 1948 zum ersten mal wieder. Das Übungsintrument ist ein Feldharmonium, " das die US Armee von der Deutschen Wehrmacht requieriert hatte und bei ihrem Abzug in Langendorf stehen lies".   
   
1949  Der Verein veranstaltet ein Wintervergnügen mit Tombola. Um die Preise für die Veranstaltung finanzieren zu können, sammeln die Sänger Johannes Schneider und Jakob Muth Naturalien (Getreide und Lebensmittel) im Dorf und lösen diese bei Raiffeisen ein. Im gleichen Jahr kaufen die Sänger einen Radioapparat für 16,60 DM bei der Firma Neufeld in Marburg. 
   
1951  Am 1. und 2. Juli 1951 feiert der Männergesangverein Langendorf sein 25jähriges Stiftungsfest, verbunden mit dem Bundessängerfest. 25 Vereine waren zu Gast. Zu diesem Festakt lesen wir im Protokoll vom 1. Juli 1951: " Die Vereinsrede hielt der Chorleiter, Mittelschullehrer Wagner. Dem Vorstand Heinrich Kohl wurde durch Ernennung zum Ehrenvorsitzenden und dem Kassierer Konrad Schmiermund durch Ernennung zum Ehrenmitglied mit Sitz und Stimme im Vorstand auf Lebenszeit für die treue Arbeit in den vergangenen Jahrzehnten gedankt". Ab November 1951 übernimmt der Musiker Karl Mettke aus Halsdorf die Leitung des Chores.   
   
1952  In der Jahreshauptversammlung erfolgt die Wahl von Johannes Moog zum 1. Vorsitzenden. 
   
1954  Konrad Schmiermund übernimmt den Vorsitz. 
   
1957  Protokoll der Generalversammlung vom 12.01.1957:" Die Generalversammlung beschließt durch Mehrheit, jeder Aktive Sänger muss mindestens 1 Jahr vor seiner Hochzeit an den Übungsstunden teilgenommen haben, wer diesen Bedingungen nicht nachgekommen ist, gilt als Passives Mitglied." (Dies bedeutete, dass diesem Sänger zur Hochzeit kein Ständchen gebracht wurde.) 
   
1960  Ab 1. Februar 1960 dirigiert Jean Moll aus Rauschenberg den Chor. 
   
1962  Im Jahr 1962 feiert der MGV Langendorf ein Bundessängerfest mit 17 Gastvereinen.  
   
1966  Jakob Muth wird neuer Vorsitzender des MGV Langendorf. Der Vereinswirt und Sänger Wilhelm Hellwig verstirbt. Im Laufe des Jahres wechselt der Chor das Vereinslokal, neuer Übungsraum ist die Gaststätte "Lindenhof".  
   
1969  Langendorf feiert ein Bundessängerfest unter erstmaliger Mitwirkung der Musikkappelle "Harmoniemusik Nesselwang" und der "Schuhplattlergruppe" aus Nesselwang. Die Verbindung zu Nesselwang kam durch den Vorsitzenden des MGV Jakob Muth und dem Vorstand der Harmoniemusik Josef Allgaier zustande. Das Begrüßungslied "Weihe des Gesangs" zu diesem Fest singen der Gastchor aus Remscheid und der MGV Langendorf unter der Leitung von Jean Moll. Diese Veranstaltung ist für die gesamte Region ein besonderes Erlebnis.  
   
1972  Ein weiteres Bundessängerfest feiert der MGV Langendorf 1972, Festkapelle ist auch diesmal die "Harmoniemusik Nesselwang", die wieder durch die "Schuhplattlergruppe" verstärkt wird. 
   
1973  Konrad Schmiermund wird erneut Vorsitzender der Männergesangvereins. 
   
1976  Der Sänger Willi Metke übernimmt am 03. Januar 1976 den Vorsitz des Vereins. Am 03. und 04. Juli feiert der Verein das 50jährige Jubiläum. "Die Lustigen Wohrataler" aus Rauschenberg sorgen für die Festmusik. Die "Harmoniemusik" aus Nesselwang und die "Trachtengruppe Wohra" gestalten das Fest mit. Der Verein erwirbt für die Chorproben eine elektronische Orgel.  
   
1978  Wilhelm Damm wird zum neuen Vorsitzenden des MGV gewählt. Wegen des geschlossenen Erscheinungsbildes bei öffentlichen Auftritten trägt der Chor von nun an einheitliche Chorkleidung.   
   
1979  Karl Kesper (Lehrer) aus Betziesdorf übernimmt die musikalische Leitung des Chores.  
   
1983  Ein weiteres Mal veranstaltet Langendorf ein Bundessängerfest unter der Mitwirkung der Freunde aus Nesselwang. 
   
1984  Führungswechsel im Vorstand des MGV Langendorf, neuer Vorsitzender wird Heinz Schneider 
   
1986  Der Verein feiert ein kleines, internes Fest zum 60jährigen Jubiläum auf dem Sportplatz in Langendorf. 
   
1987  Der Verein beteiligt sich an der gemeinsamen Anschaffung eines Aggregates aller Langendorfer Vereine für die Stromerzeugung auf dem Sportplatz. 
   
1988  Horst Schmidt aus aus Wolferode wird Nachfolger von Karl Kesper. 
   
1990  Zum zweiten Mal erfolgt die Wahl von Jakob Muth zum Vorsitzenden des MGV Langendorf. 
   
1991  Der Chor zieht in sein neues Domizil in der Dorfscheune Langendorf ein. Die Räumlichkeiten wurden unter anderem durch viel Eigenleistung der Mitglieder errichtet. Für die Chorproben erwirbt der Verein ein neues Klavier, die Finanzierung erfolgt durch Spenden. Josef Schmidt aus Rauschenberg leitet nun den Chor. 
   
1993  Im Januar d. J. übernimmt Edmund Bormann die Vereinsgeschäfte. 
   
1994  Der Verein veranstaltet ein Sängerfest. Die "Harmoniemusik Nesselwang" ist zum fünften mal in Langendorf zu Gast. Sonntag feiert man einen "Bayerischen Abend", zu dem Bier und andere Spezialitäten aus Bayern angeboten werden. Das Festzelt ist an diesem Abend weiß-blau dekoriert. Eigens für dieses Fest wird ein Verkaufshäuschen im Fachwerkstil gebaut. Die Kosten teilen sich alle Langendorfer Vereine. 
   
1995  Die Vereinsfahne aus dem Jahr 1930 wird restauriert. Die Kosten hierfür betragen 4333,51 DM. 
   
1996  In diesem Jahr kleidet sich der Chor neu ein. 
   
1998  Der Chor verliert durch plötzlichen Tod seinen langjährigen Chorleiter Josef Schmidt. Nachfolger wird Konrad Bender aus Kleinseelheim. 
   
1999  Der Verein geht einen neuen Weg, nach Satzungsändereung erfolgt die Wahl von Heinrich Hartmann, Karl-Heinz Metke und Joachim Weise zu gleichberechtigten Vorsitzenden. 
   
2000  Ein Chorleiterwechsel findet statt, neuer Chorleiter ist Robert Lauks. 
   
2001  Im Jubiläumsjahr feiert der Chor mit mehreren Veranstaltungen sein 75jähriger Bestehen: Winterwanderung ,Maisingen, Dämmerschoppen, Freundschaftssingen des Wohratalsängerbundes, Konzert in der Kirche mit dem russischen Chor "Newa" und ein Adventskonzert.  


Wie der Chronik zu entnehmen ist, zeichnet sich der MGV Langendorf 1926 vom ersten Jahr der Gründung bis zum heutigen Tag, durch rege Aktivitäten aus. Feste Bestandteile des Vereinslebens sind Ständchen zu runden Geburtstagen, zu Jubiläen, oder Hochzeiten der Mitglieder, die Teilnahme am jährlichen Brunnenfest, das Maisingen, die Abschlussfeier zur Sommerpause, oder das Haxenessen zum Jahresabschluss. Aber auch die Mitgestaltung vom Gottesdiensten, des Volkstrauertages, oder den Beerdigungen von Mitgliedern sind den Sängern eine Pflicht.


Der Verein führte in den vergangenen Jahren Fahrten nach Dörrebach in der Pfalz, Remscheid, Hamburg, Witzenhausen, Köln, Nesselwang sowie in den Bregenzer Wald (Österreich) durch.


Im Vordergrund der Vereinsarbeit stand stets der Gesang, die Geselligkeit, das Miteinander von Jung und Alt. Die Vereinsphilosophie, die sich wie ein roter Faden durch alle Jahre des Vereinslebens zieht, gilt es zu schützen und zu bewahren, dann wird der MGV Langendorf 1926 auch in Zukunft das dörfliche Leben mitgestalten.



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